Biographie zu Bernhard Schlink

Bernhard Schlink, Der Vorleser


Biographische Daten

- 1944 geboren in Bielefeld und wächst in Heidelberg auf

- nach dem Abitur Jurastudium in Heidelberg und Berlin

- Wirtschaftlicher Assistent in Heidelberg, Darmstadt, Bielefeld und Freiburg

- 1975 Promotion über die „Abwägung im Verfassungsrecht"

- 1981 Habilitation über die „Amtshilfe", ein Beitrag zu einer Lehre der Gewaltenteilung in der Verwaltung.

- Seine erste Professur für Verfassungs- und Verwaltungsrecht führt ihn nach Bonn

- Professor in Bonn, Frankfurt und seit 1992 Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der  Humboldt- Universität zu Berlin.

- 1993 Besuch in New York, wo er als Gastprofessor an der Yeshiva- University fungierte

- seit 1988 Richter des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein- Westfahlen

- Für seinen zweiten Roman, „Die gordische Schleife", erhält er 1989 den Autorenpreis, der Glauser, für deutschsprachige Kriminalliteratur.

- 1992 den deutschen Krimipreis für den Roman „Selbs Betrug"

- 1997 den Hans- Fallada- Preis der Stadt Münster für den „Vorleser"

- 1997 den italienischen Literaturpreis, Grinzane Cavour, für den „Vorleser"

- 1997 den Prix Laure Bataillon (bestdotierter Preis für übersetzte Literatur) für den „Vorleser"

- 1999 den erstmals verliehenen Welt- Literaturpreis für den „Vorleser"

- Februar 2000 die Ehrengabe der Düsseldorfer Heinrich- Heine- Gesellschaft für den „Vorleser"

- Der Vorleser erreichte erstmals als deutsches Buch Platz eins der New- York- Times Bestsellerliste und wurde  in 25 Sprachen übersetzt

 

Autobiographie

Als junger Mann wollte er „natürlich" Dichter werden, mindestens Soziologie studieren. Theologe, wie es sein Vater ist wollte er nicht werden. Schlink ging den "bürgerlichen Weg".

Bernhard Schlink stürmte mit seinem Roman „Der Vorleser" den Gipfel der Gegenwartsliteratur. Er unterläuft allen Klischees, die über deutsche Schriftsteller im Umlauf sind. Doch wie konnte ein Juraprofessor einen solchen Weltruhm erlangen? Man könnte sich fragen, ob er „wirklich" ein herkömmlicher Schriftsteller ist. In einem Interview mit Schlink, in: „Literarische Welt", 13.10.1999 aüßerte er seine „Liebe zu den Sätzen", die er in wissenschaftlicher Prosa zu stillen versucht. Der Verfassungsrichter Böckenförde beschrieb Schlinks Habilitation als Literatur, was Schlink sehr stolz machte.

Auf die Frage hin, ob sic Schlink nicht ganz der Literatur widmen möchte, verneinte dieser. Die „Liebe" zu seinem Beruf überwiegt der, der Literatur. Die reine Literatur- Existenz strebt er nicht an, da diese, wie er findet, jene Weltlosigkeit und Selbstverlorenheit befördert, die den typischen deutschen Schriftsteller oft zu seinem Nachteil auszeichnet. Da Schlinks Gebiet das Wissenschaftliche und das Pädagogische ist, könnte man behaupten, dass Schlink sich in einem Zwiespalt mit seiner „Liebe zu den Sätzen" befindet.

Im Laufe der Jahre entdeckte er aus „der Liebe zu den Sätzen" die „Liebe zu den Geschichten". In seinem Kriminalroman „Selbs Justiz" (1987) und „Selbs- Betrug" (1992), erkennt der Leser seine „Liebe zu den Geschichten", die vom Hineinragen der Geschichte in die Gegenwart handelt.

Schlink ging es immer in seinen Kriminalromanen um das Konkrete, Stimmung, um feste Größen, wie Plot und Auflösung. „Der Vorleser" handelt hingegen von der moralisch- politischen Verstrickung vermeintlicher Aufklärer.


Quellen:

- Bernard Schlinks „Liebesfluchten"

- Die Literarische Welt

- www.rewi.hu-berlin.de


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